MARKUS PROSCHEK
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The Kurgan-Complex
Psychopomp
Missing Limb
rose
Keimzelle des Staates
Strict Machine
Schizo Revolte
Repetition Compulsion
Anlage M
[Read July 1st, 1858.]
GDK
ORANUR
en/de

In der Installation Strict Machine inszeniert Markus Proschek die bereits in früheren Arbeiten verwendete Monumentalskulptur “Amazone“ des NS-Bildhauers Rudolf Agricola neu. Er verknüpft die gefrorene Pose der faschistischen Männerfantasie mit, durch ihre gegenübergestellten Eigenschaften (Schwere, Strenge, Kälte), sadomasochistisch konnotierten Materialien. Dieses Körperbild steht im Spannungsfeld zwischen Anziehung und Abstoßung: Eine sterile Erotik unterkühlter Dominanz ist diesen Skulpturen eingeschrieben. Diese Eigenschaften machten unter anderem - und nicht erst nach 1945 - den Faschismus zu einem geeigneten Projektionsfeld erotischer Vorstellungen, die die normativen Vorgaben einer sich von diesem abgrenzenden demokratischen Gesellschaft unterwanderten und deren moralische Grenzen überschritten. Zeitgleich mit der beginnenden kritischen Aufarbeitung des nationalsozialistischen Erbes wurde der Faschismus, obwohl eine äußerst repressive, puritanische Gesellschaftsform darstellend, in nicht-faschistischen Romanen und Filmen zum Ort verbotener Begierden des „Anderen, „Perversen, Homoerotischen stilisiert. Diese Projektionen haben sich in der Popularkultur etabliert, ja gelten zum Teil als gesicherte historische Tatsachen. Proscheks Arbeit behandelt hier den Nationalsozialismus als ein großteils bereits historisiertes und medial vermitteltes Phänomen, in das sich jedoch weiterhin Diskurse über Sexualität und Macht einschreiben, dessen ästhetische Versatzstücke in andere (teils subversive) Kontexte weiterwandern.